Internatstagebuch
Marienhöher im Interview 20.10.2008 12.31 Uhr
Am 22. September waren Davina Schmidl, Andreas und Karl Straßner bei der Stimme der Hoffnung zu einem Live-Interview von 19.00 bis 21.00 Uhr eingeladen. Wir berichteten über unser Entwicklungshilfeprojekt und über die Marienhöhe allgemein. Zunächst dachten wir: "Wie können wir bloß zwei Stunden Sendezeit füllen?" Doch da gelegentlich ein Lied eingespielt wurde, verging die Zeit schnell. Wir hätten noch viel mehr erzählen können.
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Ausflug auf die Wasserkuppe 16.09.2008 16.10 Uhr
Zu den attraktivsten Ausflugszielen in der Rhön gehört zweifellos die Wasserkuppe. Sie ist mit 950 Metern der höchste Berg und bietet nicht nur eine herrliche Aussicht, sondern auch viele Freizeitmöglichkeiten. So konnten es einige von unseren Internatsschülerinnen und Internatsschülern kaum erwarten, dass wir am Sonntag, 14. September 2008, einen Tagesausflug dorthin unternahmen. Das Starten und Landen der Flugzeuge auf dem Flugplatz zu beobachten, Gleitschirmfliegern bei ihrem reizvollen und aufregenden Hobby zuzusehen, ein paar Fahrten mit den Sommerrodelbahnen genießen – natürlich im Wettstreit miteinander –, dies sind nur einige der tollen Möglichkeiten, die die Wasserkuppe bietet.
Wir hatten an diesem Tag als Gruppe eine Menge Spaß, vor allem beim Sommerrodeln. Es herrschten zwar trotz Sonnenscheins keine sommerlichen Temperaturen mehr, aber die Kälte machte uns gar nicht so viel aus. Es gab ja in der gemütlichen Märchenwiesenhütte gleich neben der Rodelbahn nicht nur leckeres Essen, sondern vor allem heiße Getränke – und viel zu erzählen. Und so wurde dieser Ausflug zu einem gelungenen Gruppenerlebnis.
Helmut Dürsch

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Good bye! 10.06.2008 12.09 Uhr
Sieben Abiturienten gibt es in diesem Schuljahr in den Internaten auf der Marienhöhe. Fünf Jungen (Daniel Rautenberg, Vladislav Gapurov, Oliver Lenz, Jan Ebel und Joshua Ott) und zwei Mädchen (Ines Kassap und Diana Kritzinger). Es ist schon Tradition, dass wir Heimpädagogen mit den Abiturienten in der letzten Phase ihres Internatslebens zusammen auswärts essen gehen, und so waren wir auch diesmal wieder in einem schönen China-Restaurant in Darmstadt. Noch lagen zum Zeitpunkt unseres Essens die Abitursergebnisse nicht vor, und die Spannung darauf war deutlich zu spüren – nichtsdestotrotz war die Stimmung sehr fröhlich und ausgelassen, Zukunftswünsche und -pläne wurden erzählt: eine längere Reise nach Neuseeland ... der Zivildienst ... der erhoffte Studienplatz für Medizin ... elf gesunde sportliche Kinder für eine Familienfußballmannschaft ... später eine gute Rente ... ein Häuschen im Grünen ... an einem Hilfsprojekt teilnehmen ...
Ja, wenige Internatsschüler sind diesmal unter den Abiturienten, denn einige potentielle Abiturienten im Jahr 2008 mussten das Internat aus den unterschiedlichsten Gründen schon früher verlassen. Die Anmeldezahlen für das neue Schuljahr klingen schon jetzt äußerst vielversprechend, und wir werden im nächsten Jahr unsere Internatsplätze reichlich auffüllen.
Beate Strobel
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Neue Küche im Jungenheim 29.05.2008 15.54 Uhr
Auf diesen Tag haben viele im Jungenheim gewartet. Am 29. April wurde nach vielen einrichtungsbedingten Verzögerungen unsere neue Internatsküche eröffnet. Im Rahmen einer kleinen Einweihungsfeier betraten die Internatsschüler das erste Mal diesen schönen, im Kaffeehaus-Stil eingerichteten Raum und staunten, was da für sie entstanden ist.
Kochmöglichkeiten für die Schüler im Internat gab es schon immer, aber es ist das erste Mal, dass den Schülern im Weißen Haus eine komplett neu eingerichtete und ausgestattete Küche zur Verfügung steht. Neben einer Küchenzeile in Orange- und Grautönen mit Kühl- und Tiefkühlschrank sowie Mikrowellengerät gibt es nun einen Essbereich mit vier Tischen und vierzehn Stühlen. Der Fußboden wurde mit neuem Laminat versehen, und die Wände wurden in zarten bis kräftigen Brauntönen neu angelegt und mit vielen ansprechenden Bildern geschmückt.
So ist eine Internatsküche entstanden, von der die Schüler begeistert sind und die sie gerne nutzen werden, sei es für Gruppenveranstaltungen oder wenn einzelne Schüler sich ein leckeres Essen zubereiten wollen. Auch wir Heimpädagogen freuen uns natürlich über diese Internatsküche und möchten uns auf diesem Weg ganz herzlich bei der Geschäftsführung bedanken.
Helmut Dürsch

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Geldsegen oder Schuldenfalle? 24.04.2008 14.33 Uhr
Wie gehe ich mit meinem Geld um? Wie viel Geld habe ich im Laufe eines Monats/eines Jahres zur Verfügung? Was gebe ich wofür aus? Wo stecken die geheimen Schuldenfallen? Was muss ich beachten, wenn ich Geld verleihe? Was, wenn ich mir Geld leihe? Welches Risiko gehe ich ein, wenn ich eine Bürgschaft unterschreibe? Welche finanziellen Belastungen kommen auf mich zu, wenn ich mir ein Auto kaufe, eine Wohnung einrichte, einen Kredit aufnehme?
Diese und viele andere Fragen rund ums Geld wurden am 15. April in einem bemerkenswert anderen Abendprogramm für die Marienhöher Internatsschüler von zwei jungen Mitarbeiterinnen der Katholischen Jugendhilfe, Frau Gebhard und Frau Busch, die dort in der Schuldnerberatung tätig sind, aufgeworfen und bearbeitet. Wir Internatsmitarbeiter hatten sie eingeladen, da wir in vielen Gesprächen und Situationen im Internatsalltag gemerkt hatten, wie locker und unbeschwert unsere Jugendlichen mit ihrer Geldeinteilung umgehen, ihr Geld, das sie z.T. sauer in der Spülküche oder bei anderen Jobs verdient haben und das oft an allen Ecken fehlt. An Hand von Fallbeispielen und einem Kurzfilm erarbeiteten Frau Gebhard und Frau Busch zusammen mit den Jugendlichen mögliche Lösungsstrategien, stellten aber auch anschaulich die Risiken und Fallen dar, die ein Vertragsabschluss oder unüberlegte Unterschriften beinhalten können.

Trotz des abendlichen Termins nach einem langen Schultag war die mündliche Beteiligung und das Interesse an der 90 Minuten dauernden Veranstaltung sehr rege, und die anschließenden Nachgespräche in den Heimen hielten noch lange an. Natürlich war nicht alles neu, was an diesem Abend den Jugendlichen nahe gelegt wurde, hatten viele doch durch ihre Eltern schon gutes Wissen mitbekommen oder führen gar selbst schon ein „Ausgabenbuch“, aber die meisten Tipps und Hinweise sanken doch tief in die Gemüter. „Bei den gezeigten Beispielen finde ich, dass die etwas zu sehr konstruiert sind!“ hörten wir häufig. „Wann kommt es denn z.B. schon mal vor, dass ich einen Kredit für ein Auto aufnehme, dann einen Totalschaden habe und gleichzeitig meinen Arbeitsplatz verliere?“ Das Leben zeigt, dass dumme Zufälle meistens nicht allein daher kommen - und was dann zu tun ist, das haben unsere Jugendlichen an diesem Abend ein klein wenig gelernt.
Beate Strobel
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