Infotag So 19.11.
Start um 11:00 Uhr, Programm ab 10.11. auf Homepage abrufbar

Entwicklungshilfe in Kambodscha

Einen Blick über den eigenen Tellerrand hinaus wagen unsere Schülerinnen und Schüler bei Entwicklungshilfeprojekten in Zusammenarbeit mit ADRA, der Adventistischen Entwicklungs- und Katastrophenhilfe e.V., die es bereits seit 1992 gibt. Geleitet werden die Einsätze in kleiner Schülergruppe (meist 5-6 Personen) von Karl Straßner, der als Sozialpädagoge und Leiter des Jungeninternats seine eigene Leidenschaft für fremde Länder, tätige Hilfe und lebendigen Glauben gern mit den Schülern teilt.

Und so haben Teilnehmer den Entwicklungshilfeeinsatz erlebt:

Henrick Schuppan hat 2000 sein Abitur auf der Marienhöhe gemacht und ist heute Lehrer in Heddesheim bei Frankfurt:

"Im Jahr 1998 war ich mit einer Gruppe abenteuerbegeisterter Jugendlicher einmal um die halbe Welt und zurück unterwegs. Unser Ziel: Ein Randgebiet in Thailand. Eben gerade noch neu auf die „Höhe“ gekommen, im vertrauten Elternhaus das Bettzeug abgezogen und dann, 1 ½ Jahre später saß ich zum ersten Mal in meinem Leben in einem Flugzeug. Der Leiter unserer kleinen Expedition, Karl Straßner, hatte uns ein halbes Jahr darauf vorbereitet inklusive medizinischer Betreuung durch Dr. Steininger, der uns nicht nur über fiese Moskitos aufklärte, sondern uns auch bitter schmeckende Medikamente u.a. gegen Malaria verabreichte. Mit einem flauen Gefühl im Bauch und Gottes schützender Hand über uns kamen wir endlich im "Abenteuerland" an. Völlig überwältigt von dem tropischen Klima aber auch von der Kultur und Gastfreundschaft, erlebten wir 6 Wochen intensive Gruppendynamiken, fremdes Essen und fremde Kulturen, unbekannte Früchte, Menschen, die kein R aussprechen, aber umso mehr lachen können, dichtes Buschwerk und unbekannte Tiere, die in den Schuhen wohnten und einen Gott, der uns vor mancherlei Gefahren behütete. In einer Schule im Busch bauten wir zwei Wassertürme  mit Ankerplatte. Zementmischen und Mauern hochziehen, und das bei der feuchten Hitze – keine Kleinigkeit! Aber am Ende des Einsatzes konnten wir sicher sein, dass  dort in der Regenzeit ausreichend Wasser für die Trockenzeit gespeichert werden kann. Gekrönt wurde unser Arbeitseinsatz mit einer Woche Urlaub am indischen Ozean auf einer paradiesischen Insel. Zusammenfassend muss ich selbst jetzt,  nach 15 Jahren, sagen: ‚Ja, ich würde es sofort wieder tun!‘"

Nico Fischer hat 2009 sein Abitur auf der Marienhöhe gemacht. Der Kambodschaeinsatz hat ihn so beeindruckt, dass er nach dem Abitur für einen längeren Aufenthalt nach Kambodscha ging. Heute macht er eine Krankenpflegeausbildung in Aachen:

"Was ich mit dem Kambodscha-Projekt verbinde, an dem ich vor etwa 5 Jahren teilnahm, ist eine Menge. Denn seitdem hat es mich nicht mehr losgelassen. Als ich 2008 mit Karl Straßner und einer Gruppe von abenteuerlustigen Jugendlichen dort unterwegs war, habe ich noch nicht geahnt, dass ich genau dort, 4 Jahre später, in dem kleinen Dorf Kantrok Village, einmal meine Verlobung feiern würde. Meine Verlobte und heutige Frau war eines der Mädchen, die uns vom Waisenhaus aus beobachteten, als wir damals den Wasserkanal gruben und betonierten. Kambodscha hat mein Leben verändert, und ich bin mir sicher, nicht nur meines. Danke Gott, für diese Erfahrung, die ich machen durfte."

Marian Mudrich hat 2013 sein Abitur abgelegt. Er war im Winter 2012/13 beim Kambodschaprojekt dabei:

"Auf dem Kambodschaprojekt 2013 hat mich vieles bewegt und beeindruckt. Da wären zunächst einmal die Waisenkinder zu nennen. Eine sportliche Aktivität wie dort habe ich vorher noch nicht gesehen - und vermisse ich auch in meiner Heimat. Zudem habe ich mich für Neues weiter geöffnet. Ich probiere seit dem gerne mal Dinge aus, von denen ich mich sonst gerne fern halte, vor allem bei Speisen. Außerdem lernt man es, einfacher zu leben und in speziellen Fällen zu überleben, z.B. beim Handeln um den Preis auf den Märkten, beim selber Kochen und selbst Verarzten, beim Organisieren lebenswichtiger Utensilien und  einer Unterkunft.

Alles in allem ist man einfach zufrieden und glücklich, da man sich selbst und andere persönlich wahrnimmt, anstelle der durch Werbung verursachten Illusion, welche man sonst erkennt. Und manchmal entwickelt man gerade dadurch neue Fähigkeiten, die man sich sonst nicht zugetraut hätte. Z.B. Gitarre spielen."

Catrin Baldischweiler (geb. Hoffmann) hat 2005 ihr Abitur auf der Marienhöhe gemacht. 2003 war sie mit der Gruppe und 2007/08 noch einmal alleine in Kambodscha:

"Für mich war das Schulprojekt in Kambodscha eine ganz besondere Erfahrung. Ich konnte eine völlig neue Kultur und viele tolle Menschen kennenlernen, die mich beeindruckt haben. 2007 bin ich noch einmal als Volunteer an die adventistische Schule in Siem Reap gegangen und habe dort ein halbes Jahr lang unterrichtet. Das Land fasziniert mich bis heute. Es zieht mich immer wieder dort hin und ich habe immer noch Kontakt zu meinen Schülern, von denen inzwischen einige selbst Lehrer und Missionare sind.

Die Zeit in Kambodscha hat auch meinen Glauben geprägt und mir gezeigt, wie wenig man eigentlich zum Leben braucht. Wir leben hier so sehr im Überfluss, dass wir manchmal gar nicht mehr zur Ruhe kommen. In Kambodscha konnte ich lernen, dass man Gott wirklich vertrauen kann, auch wenn man gar nichts hat. Insgesamt kann ich sagen: Die Zeit in Kambodscha hat mein ganzes Leben geprägt."