Infotag So 19.11.
Start um 11:00 Uhr, Programm ab 10.11. auf Homepage abrufbar

Entwicklungshilfe - das Abenteuer deines Lebens!

Nach mehreren Arbeitseinsätzen in Thailand und Laos rückte in den letzten Jahren Kambodscha in den Vordergrund, ein Land, das zu den ärmsten der Welt gehört. Unsere Schülerinnen und Schüler, begleitet vom Leiter unseres Jungeninternats, bauten schon Wasserspeicher, Kanäle, Sanitäranlagen und Brunnen und halfen bei der Errichtung einer ADRA-Station mit, in der Schulungen zum Thema Gesundheit und Hygiene durchgeführt werden. Ein großes Projekt ist der Bau von Waisenhäusern. Es gibt viele Waisenkinder in Kambodscha, die ihre Eltern durch Aids verloren haben.

  • Seit einigen Jahren arbeiten wir bei einem Missionar im Norden von Kambodscha. Tim Maddocks ist Australier und hat im Glauben und nur durch Spenden angefangen, eine Krankenstation für die Armen zu bauen, später ein Waisenhaus, dann mehr und mehr Schulräume, damit die Kinder auch eine Schulbildung erhalten. Für unsere Schüler ist es beeindruckend zu sehen, wie er und seine Frau dort leben und arbeiten, wie mit großem Glauben und großem persönlichen Einsatz aber wenig Geldmitteln armen Kindern dauerhaft geholfen wird. Ohne das Waisenhaus würden die meisten wohl auf der Straße landen oder als Arbeitssklaven oder Prostituierte ihr Leben fristen. Inzwischen leben auf dem Gelände über 170 Waisenkinder, und die Schule hat 11 Klassenstufen.

Da wir auf dem Gelände zusammen mit den Waisenkindern, Lehrern und Volontären  leben und arbeiten, ergeben sich oft sehr persönliche Kontakte. Unsere Schüler erfahren, dass Menschen dort trotz der schweren Lebensumstände oft glücklicher sind als der durchschnittliche Mitteleuropäer. Diese Erfahrung hinterfragt den eigenen Lebensstil und belebt oft den Glauben an Gott.

Vor jeder Reise wird in mehreren Treffen besprochen, was mitzunehmen ist,  was eine "eiserne Ration" ist, welche Impfungen nötig sind, welche Bedingungen man vorfinden wird, wie das Klima sein wird, welches die Bräuche und Tabus der Einheimischen sind und wie man mit ihnen umgehen kann ... Jeder Teilnehmer muss sich die Fragen stellen: Kann ich mich mit einfachster Unterkunft und Nahrung zufrieden geben? Was heißt es, sich für sechs Wochen auf ein engstes Leben mit der Gruppe einzulassen? Bin ich bereit, einen möglichen Gruppenkonflikt durchzuhalten und bei der Klärung mitzuhelfen?

Die Kosten für Baumaterial werden durch einen jährlich am Schulzentrum Marienhöhe stattfindenden Sponsorenlauf aufgebracht. In den Weihnachtsferien und kurz danach sind die Teilnehmer am dann vor Ort in Kambodscha. Das Geld für den Flug, die Dinge des persönlichen Bedarfs und einen großen Teil der eigenen Ausrüstung muss jeder Teilnehmer an der Expedition selbst aufbringen. Die meisten müssen dafür schon Monate vorher arbeiten.

Der Lohn der Mühe ist groß: Die Teilnehmer lernen nicht nur Menschen aus fremden Kulturen kennen, die für unsere Begriffe sehr arm sind und trotzdem viel zufriedener und glücklicher zu sein scheinen als der durchschnittliche Westeuropäer, sie lernen auch viel über sich selbst und ihre Möglichkeiten und Grenzen - und sind oft erstaunt darüber, wie wenig wichtig ihnen plötzlich Dinge sind, ohne die sie vorher gar nicht ausgekommen wären. Nicht zuletzt erleben sie die lebensspendende Kraft des Glaubens. Abenteuer erleben, dabei helfen und den Glauben praktisch umsetzen – eine solche Reise bleibt unvergessen und prägt sogar manche Berufsentscheidung!

Wer kann an diesem Projekt teilnehmen?

Voraussetzungen:

  • Mindestalter: 16 Jahre (nach Rücksprache mit den Eltern), sonst 18 Jahre

  • Teilnahme an den Informationsveranstaltungen

  • Absolvieren eines Einzelgesprächs (Interview)

  • Bereitschaft zu einfachster Unterkunft und Verpflegung

  • Aktive Teilnahme an der körperlichen Arbeit in der Arbeitsphase und den Programmpunkten des Projekts (Besichtigungen usw.)

Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Bevorzugt werden Schülerinnen und Schüler des Schulzentrums Marienhöhe. Erwachsene  Teilnehmer bringen die Bereitschaft mit, die Jugendlichen mit zu betreuen und, nach Absprache, besondere Aufgaben zu übernehmen.

Weitere Einzelheiten (Ausrüstung, Kosten, Impfungen usw.) gibt es nach der Bewerbung und vor allem bei den Informationsveranstaltungen.

Was lernen die Teilnehmer?

Dieses Lernen und Erfahren findet auf verschiedenen Ebenen statt. Hier einige Beispiele:

  • Die Erfahrung, vier bis sechs Wochen mit den anderen Teilnehmern auf engstem Raum und in einer anderen Kultur zu bestehen (Kameradschaft, Konflikte, aufeinander angewiesen sein).

  • Grenzerfahrungen bestehen. Diese Grenzen werden durch Stressoren herausgefordert, die bei den einzelnen Teilnehmern sehr unterschiedlich aussehen können: schwüles Klima, Stress mit Gruppenmitgliedern, einfachste Unterbringung, ungewohntes Essen, körperliche Arbeit, Heimweh, Hygieneproblem, Angst vor Tieren und Krankheiten, Armut erleben usw.

  • Möglichkeiten und Grenzen von Entwicklungshilfe werden exemplarisch deutlich.

  • Erleben, welchen Einfluss Hilfsprojekte, aber auch die Politik auf ein Land haben.

  • Ein neues Bewusstsein über die eigenen Spenden für die Entwicklungszusammenarbeit.

Was lernen unsere Schüler, die nicht mitfahren?

Im Herbst finden für alle Jahrgangsstufen Informationsstunden statt, in denen das zuletzt durchgeführte Projekt und das nächste geplante vorgestellt wird. Diese Veranstaltungen werden mit Erlebnisberichten bisheriger Projektteilnehmer gewürzt. Durch den Bericht motiviert, sammelten die Schüler bis 2010 im Rahmen der „Landessammlung“ (mit Sammelbüchse und Flohmarkt) Geld für das nächste Projekt . Seit 2011 ist an die Stelle der „Landessammlung“ der Sponsorenlauf getreten.

In unterschiedlicher Weise werden von Lehrern im Unterricht Verknüpfungen zu entwicklungspolitischen Fragestellungen besprochen. Gelegentlich werden die Projektteilnehmer auch in die Klassen eingeladen.