Ein Tag im Internat

Der Wecker klingelt, der Tag beginnt. Bei den meisten Schülerinnen und Schülern fängt der Unterricht zur ersten Stunde an. Vor allem in der Oberstufe kann dies, bedingt durch das Kurssystem, anders sein. Unser Weckdienst kennt die Schülerinnen und Schüler und weiß daher, wer geweckt werden will und wer es zuverlässig schafft, pünktlich aufzustehen. Im Sommer wird man eventuell mal durch Vogelzwitschern geweckt, sonst liegt der Campus absolut ruhig im Grünen.

Wer mag, kann das Gelände, die angrenzenden Streuobstwiesen oder den Wald zum Joggen nutzen. Nach dem Frischmachen geht’s zum Frühstück, wo ein reichhaltiges Frühstückbuffet wartet. Schnell noch ein Stück Obst für die Pause mitnehmen oder die letzten Details des gleich zu haltenden Referats absprechen, dann kann der Schultag beginnen.

Kurz vor dem Start in den quirligen Schulalltag gibt es noch einmal Gelegenheit, sich zu sammeln und innezuhalten: In der 1. Stunde gibt es in jeder Klasse eine kurze Andacht. Danach findet der abwechslungsreiche Fachunterricht statt, unterbrochen durch Pausen, die in der frischen Luft auf unserem grünen Campus verbracht werden. Bei gutem Wetter sitzen Schülergrüppchen auf der Aulawiese oder kicken dort ein paar Bälle, man legt sich beim Spielplatz in die Hängeschaukel oder kauft sich am Kiosk ein vegetarisch belegtes Brötchen.

Nach dem Essen setzt das biologische Mittagstief ein. Der Geist ist träge und nicht besonders wach – die optimale Zeit also für den Pflichtdienst. Alle Internatsschülerinnen und Internatsschüler säubern täglich einen für ein halbes Jahr festgelegten Bereich im Internat oder einem anderen Gebäude. Dahinter steckt ein pädagogischer, aber auch praktischer Gedanke: Mit anzupacken ist ein selbstverständlicher Teil des gemeinschaftlichen Lebens. Durch den Pflichtdienst spart die Schule aber auch Ausgaben für Reinigungspersonal, was sich unmittelbar am Schulgeld bemerkbar macht.

Nach dem Pflichtdienst geht’s zurück zum eigentlichen "Beruf" unserer Schülerinnen und Schüler: dem Lernen. Unser Lernbüro unterstützt sie dabei. Dort werden hauptsächlich Hausaufgaben erledigt oder Referate und Klausuren vorbereitet. Schülerinnen und Schüler dürfen auch zusammenarbeiten und sich z. B. gegenseitig Vokabeln abfragen oder bestimmte Sachverhalte erklären.

Das Zusammenleben mit vielen anderen Jugendlichen ist das Besondere am Internatsleben. Daher ist es kein Wunder, dass das Zusammensein mit Freunden bei den meisten zur beliebtesten Freizeitbeschäftigung zählt. Neue Leute kennenlernen, mit ihnen gemeinsam etwas unternehmen und sich engagieren, aber auch im Gespräch vertieft sein – all das zählt zu den unvergesslichen Möglichkeiten des Lebens im Internat.

Dazu gibt es eine Vielzahl von Aktivitäten am Nachmittag und Abend, die wöchentlich stattfinden. Die Angebote wechseln von Jahr zu Jahr je nach Interesse der Schülerinnen und Schüler.

Die Überleitung zum etwas entspannteren Teil des Tages. Das Abendbrot wird wieder in der Mensa eingenommen. Zur Auswahl am Buffet stehen verschiedene Brotsorten und Aufstriche, Rohkost, und manchmal Warmes vom Mittagessen. Ein Toaster und eine Mikrowelle stehen zur Verfügung - sehr beliebt ist selbstgemachter Käsetoast.

Die Abendandacht findet in zwei Formen statt: montags und mittwochs ist die gesamte Internats“familie“ zusammen, d. h. Schülerinnen aus dem Mädcheninternat und Schüler aus dem Jungeninternat sitzen gemeinsam im Andachtsraum. Nach der halbstündigen Andacht gibt es auch Gelegenheit, gemeinsame Themen oder Ideen zu besprechen.

Am Dienstagabend findet die sogenannte Gruppenandacht statt. In eine oder zwei Gruppen aufgeteilt sind die Mädchen und die Jungen in ihrem jeweiligen Wohnhaus unter sich und können so auch persönlichere Themen besprechen. Eine Internatspädagogin oder ein Internatspädagoge begleitet sie auch hier. Das Zusammentreffen im eigenen Haus bietet auch Gelegenheit zur Erweiterung, beispielsweise als sommerliche Andacht am Lagerfeuer mit Stockbrot und Würstchen oder als weihnachtliche Andacht mit kleinen Wichtelgeschenken und Bratapfelessen.

Durch das Freizeitangebot auf dem Campus und die vielen neuen Kontakte erscheint der Abend immer zu kurz. Um den Schülerinnen und Schülern den nötigen Schlaf zu sichern, gibt es daher Ausgangszeiten, die nach Alter gestaffelt sind.

Zwischen 21 und 22 Uhr wird es im Haus in der Regel leiser, die Flure leeren sich und wir achten darauf, dass die Schülerinnen und Schüler langsam zur Ruhe kommen. Wer noch nicht ins Bett muss, wird dennoch angehalten, andere nicht zu stören. Die ruhigere Atmosphäre wird auch genutzt, um mit den Schülerinnen und Schülern die eine oder andere Frage zu klären oder sich danach zu erkundigen, wie es jemandem geht. Natürlich hat der abendliche Gang durchs Haus auch den Sinn festzustellen, ob sich alle „Schäfchen“ da befinden, wo sie sein sollen, denn dann schläft der oder die Diensthabende besser!

In beiden Häusern gibt es eine Nachtbereitschaft. In einem klar gekennzeichneten Raum schläft der oder die Diensthabende und ist in Notfällen ansprechbar.